Der Bewerbungsprozess ist oft lang und steinig,
doch wer gut informiert und richtig vorbereitet ist
hat beste Chancen
Die Bewerbung
Nach der Auswahl der Business School beginnt der erste Schritt in Richtung MBA-Studium: die Bewerbung. Auch wenn der Bewerbungsprozess bei jedem MBA Programm im Detail unterschiedlich abläuft, so gibt es doch wichtige Gemeinsamkeiten, auf die hier kurz eingegangen werden soll
Der erste Kontakt
Der erste Kontakt zum Admission Officer sollte möglichst früh im Bewerbungsprozess erfolgen. Hier gilt: persönlicher Kontakt ist Trumpf. Nutzen Sie die Chance an Informationsveranstaltungen des MBA Programms teilzunehmen und sich persönlich dem Admission Officer vorzustellen. Üblicherweise gibt es die Möglichkeit für Interessenten persönliche Vier-Augen-Gespräche mit der Programmleitung und den Admission-Officers zu führen; dies sollte unbedingt genutzt werden. Ein guter erster Eindruck ist nicht zu ersetzen!
Falls die angestrebte Business School im Ausland liegt und sich ein persönlicher Besuch nicht realisieren lässt, sollte auf jeden Fall vorab ein reger Kontakt per Telefon gepflegt werden. Online-Chats und Emails dienen nur zur Informationsbeschaffung und reichen nicht aus um einen ersten – hoffentlich positiven – Eindruck zu hinterlassen.
Das Anschreiben und das Motivationsschreiben
Das Anschreiben sollte auf den ersten Kontakt aufbauen und diesen mit der Motivation am MBA teilzunehmen verketten. Idealerweise knüpft man an persönlich besprochene Punkte an und erläutert möglichst detailliert und präzise warum man sich exakt für dieses MBA Programm entschieden hat. Finanzielle, geografische und zu persönliche Gründe sollten hier außen vor bleiben. Sachlich und überzeugend Argumentieren ist hier entscheidend. Gute Gründe sind ein hervorragender Ruf, internationale Orientierung, multikulturelle und interdisziplinarische Zusammensetzung der Studentenschaft, ausgezeichnetes Lehrangebot und ähnliches. Entscheidend ist die hervorgebrachten Stärken des MBA Programms geschickt mit den persönlichen Stärken zu verknüpfen.
Zeugnisse und GMAT
Aussagekräftige Diplomzeugnisse und ein gutes GMAT Ergebnis sind entscheidende Faktoren im Bewerbungsprozess. Fehlen diese Dokumente, zum Beispiel weil das Diplomzeugnis noch nicht ausgehändigt wurde oder der GMAT noch nicht abgelegt wurde, sieht es von Anfang an sehr schlecht aus um die Bewerbung. Generell gilt, dass bei Bewerbungen im angelsächsischen Raum der GMAT oberste Priorität hat und Diplom-Noten falls überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle spielen. Auch viele MBA Programme in Deutschland legen auf das GMAT Ergebnis größten Wert. Die Gründe hierfür sind eindeutig: Für internationale Rankings werden MBA Programm nach der durchschnittlich erzielten GMAT Score ihrer Teilnehmer bewertet. Das durchschnittliche GMAT Ergebnis der Studenten (z.T. sogar der Bewerber) gilt als Aushängeschild für das gesamte MBA Programm.
Berufserfahrung
Neben einem abgeschlossenen Diplom und dem GMAT verlangen MBA Programme üblicherweise mindestens 3 Jahre Berufserfahrung - nach dem Diplom wohlgemerkt. Jedoch zeigt die Erfahrung, dass dieser Faktor in der Realität relativ weich gehandhabt wird. Üblicherweise achten MBA Programme darauf im Durchschnitt pro Student über drei Jahre Berufserfahrung vorweisen zu können. Für Kandidaten mit weniger Berufserfahrung gilt: Wer an anderer Stelle, durch gute GMAT-Ergebnisse zum Beispiel, punktet, kann sich auch mit wenig Berufserfahrung gute Hoffnungen auf eine Zusage machen.
Reference Letter
Im Gegensatz zu den in Deutschland üblichen Arbeitszeugnissen, verlangen MBA Programm oft sog. „Letter of Reference“. Dies ist im angelsächsischen Raum durchaus üblich und bedeutet, dass man zwei bis drei Personen aufführt, die einem eine persönliche Referenz ausstellen. Zum Teil gibt es hierfür vom MBA Programm vorgegebene Formulare, die von den betreffenden Personen ausgefüllt werden müssen. Bei der Auswahl der Personen ist es vor allem wichtig auf aussagekräftige Titel und Berufsstände zu achten. Idealerweise wählt man eine Person aus dem akademischen Hintergrund, z.B. den Betreuer der Diplomarbeit, und einen aus dem beruflichen Umfeld, Idealerweise jemand in Managementposition oder aus der Geschäftsführung einer Firma für die man gearbeitet hat. Darüber hinaus ist es in den USA durchaus üblich Personen aus dem Bekanntenkreis der Familie in ansehnlicher Position um eine Referenz zu bitten
Essays
Üblicherweise verlangen die Business Schools von ihren Bewerbern drei bis fünf Essays zu vorgegebenen Themen oder zu frei wählbaren Themengebieten. Freie Themenwahl ist der Idealfall, denn hier kann sowohl durch einzigartige Themenauswahl als auch durch kreative Behandlung eines gängigen Essay-Themas gepunktet werden. Ist das Thema vorgegeben, so muss dem Bewerber klar sein, dass sein Essay direkt mit den Essays der Mitbewerber vergleichbar ist. Dies macht es umso wichtiger eine kreative Lösung für den Umgang mit der Thematik zu finden. Grundsätzlich ist die große Herausforderung eine einmalige und herausragende Lösung zu entwickeln, die jedoch gleichzeitig nicht über das Ziel hinausschießt und den Bewerber damit disqualifiziert. Hier den idealen Lösungsweg zu finden ist eine oft schwierig, wobei der Bewerber jedoch einen großen Trumpf ausspielen kann: Zeit. Die Essays müssen nicht unter Zeitdruck geschrieben werden und sollten unbedingt von mehreren Augen Korrektur gelesen werden. Auch hierfür bieten wir Ihnen gerne unsere Hilfe an – sprechen Sie uns an.
Das Application Interview
War die Bewerbung erfolgreich und hat man mit seiner Bewerbung genügend Interesse geweckt, so wird man zur nächsten Runde – den Bewerbungsgesprächen - eingeladen. Üblicherweise nehmen hier der Admission Officer, die Programmleitung und oft auch einige aktuelle MBA Studenten teil. Auch hier gilt: Nur wer Top vorbereitet ist kann einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Viele Fragen sind fast immer vertreten und es gilt sich hierauf besonders intensiv vorzubereiten. Dazu zählen:
Stärken und Schwächen aus eigener Sicht.
Die größte Errungenschaft bzw. die größte Niederlage und wie man damit umgegangen ist.
Das größte Hindernis, dass man jemals überwinden musste um ein bestimmtes Ziel zu erreichen und wie man dies geschafft hat.
Warum man einen MBA machen will und warum man gerade dieses MBA Programm ausgewählt hat
Was die Alternative ist, falls man denn nicht genommen wird.
Diese und weitere typische Fragen durchzuarbeiten und sich kreative, glaubhafte Antworten zu überlegen ist sicher die wichtigste Vorbereitung. Darüber hinaus sollte natürlich auf die richtige Erscheinung (Kleidung, Auftreten, Pünktlichkeit) geachtet werden, sowie auf formale Korrektheit (Dokumente im Original mitbringen etc.)
Einige MBA Programme bieten auch Telefon Interviews an, was es besonders schwer macht einen guten, bleibenden Eindruck zu hinterlassen und daher eine besondere Herausforderung darstellt.